Dieses Bild ist ein weiteres aus dem Bildmaterial, das ich neulich während einer Wanderung auf der Ville nahe Walberberg bei Brühl aufnehmen konnte. An einer Reihe alter, etwas zugewucherter Fischteiche kamen wir genau in eine Libellenhochzeit. Vor kurzem zeigte ich dazu ein Bild der Hufeisen-Azurjungfer (Coenagrion puella). Doch diese Art war nicht die einzige in Paarungsstimmung. Ein paar Pärchen der Frühen Adonislibelle (Pyrrhosoma nymphula) waren auch in „romantischer“ Stimmung. Dieses Pärchen hier tat mir dann den Gefallen und setzt sich in Reichweite auf einen Ast und hielt dort minutenlang still.

Männchen und Weibchen haben hier das markante Paarungsrad gebildet, das in der Seitenansicht fast perfekte Herz-Form hat. Das Paarungsrad entsteht dadurch, dass das Männchen mit seinen Hinterleibsanhängen das Weibchen hinter dessen Kopf packt. Das Weibchen hat dabei keine große Wahl und reagiert darauf instinktiv mit dem Vorbiegen des Hinterleibs, um dann mit der eigenen Geschlechtsöffnung an dessen Ende die sekundäre Samentasche des Männchens an dessen vorderen Hinterleibssegmenten zu erreichen. Dort hat das Männchen seine Samenpakete eingebunkert.

Was den Lebensraum angeht, ist die Frühe Adonislibelle eine der anspruchsloseren Arten, obwohl es eine gewisse Präferenz für gut besonnte kleine Staugewässer in Mittelgebirgslage gibt – was den Standort bei Walberberg ziemlich gut beschreibt. Es gibt auch einige kuriose Berichte über die Anspruchslosigkeit dieser Art – etwa den, dass sie sich in einem 12-Liter-Aquarium auf einer Terrasse fortgepflanzt hat.