Man stelle sich vor: Man ist mit seiner Angebeteten am Rande des Abschlussballs grad zugange und dann kommt so nen Typ an und fragt, ob er auch mal ran darf….für die meisten wohl eine wenig erquickliche Situation. Genauso ging es diesem Pärchen von Hufeisen-Azurjungfern (Coenagrion puella) gestern an einem alten zugewachsenen Fischteich in der Nähe von Walberberg (Bornheim, zwischen Brühl und Bonn). Ein anderes Hufeisen-Azurjungfer-Männchen kam immer wieder angeflogen und versuchte zu stören. Durch reinen Zufall konnte ich eine dieser Störaktionen hier im Bild festhalten! (Sogar so zufällig, dass es mir erst daheim beim Sichten der Bilder auffiel, dass es geklappt hatte).

Wir stießen auf den besagten Teich mitten im Wald gestern bei einer ausgedehnten Wanderung von Walberberg über die Ville nach Badorf. Unser Glück wollte es, an einem warmen, sonnigen Tag genau zur Libellenhochzeit vorbeizukommen. Ein wunderschöner Anblick, über den See flitzten blaue und rote Männchen von Azurjungfern und Adonislibellen, dazu die grünlicher gefärbten Weibchen und auf den Blättern und Zweigen der umliegenden Vegetation ließen sich die Tiere zu Dutzenden nieder, um sich kurz zu sonnen oder um sich zu paaren. Man war geradezu umschwirrt davon. Ein unvergesslicher Moment und doch zeigt dieser Schnappschuss, das selbst diese scheinbar romantischen (also Menschensicht) Momente für die Tiere zum andauernden Wettbewerb, wenn nicht Kampf, darum gehören, wer sich letztlich fortpflanzen darf. Da wird dann auch schlagartig klarer, warum Libellenmännchen die Weibchen mit ihren Hinterleibszangen bei der Paarung immer ganz fest halten und nicht loslassen, oft bis zur Eiablage.