Beim letzten Besuch im Kölner Zoo hatte ich auch das Glück, dass dieses Tier geradezu posierte für meine Kamera: Ein Südlicher Hornrabe (Bucorvus leadbeateri). Anhand des nur niedrigen Kamms auf der Schnabeloberseite und des blauen Flecks auf dem leuchtend roten Kehlsack kann man erkennen, dass es sich um ein Weibchen handelt – also quasi eine echte Diva, wenn man so will. Fast klischeehaft dazu die langen Wimpern am oberen Augenlid – manche Menschendame träumt davon. Für den Südlichen Hornraben sind die langen Wimpern jedoch keine Zier: Die Art lebt in halbtrockenen Gebieten Afrikas, Savannen, Buschland, manchmal Halbwüsten. Die Wimpern helfen ihm, Staubpartikel und andere Fremdkörper vom Auge fernzuhalten.

Da Südliche Hornraben gerne auch Heuschrecken und Schlangen fressen, gelten sie bei einigen Völkern des südlichen Afrika als heilige Tiere, die man nicht bejagen soll. Da jedoch sein Lebensraum durch menschliche Siedlungen und Ackerland immer mehr eingeengt wird, gilt der Südliche Hornrabe leider als inzwischen gefährdete Art. Glücklicherweise laufen in Südafrika bereits erste Schutzprojekte, aber langfristig muss eine Lösung gefunden werden, wie die wachsende Bevölkerung des afrikanischen Kontinents dem Südlichen Hornraben im Speziellen und den Wildtieren im Allgemeinen genügend Lebensraum lassen kann. Wie schwierig diese Frage ist, wissen wir in Europa ja aus leidlicher Erfahrung: Die meisten natürlichen Lebensräume sind bei uns längst kulturell überprägt.