Heute begucken wir uns einmal mehr einen Schädel, aufgenommen in der Ausstellung im Düsseldorfer Aquazoo. Es ist der Schädel eines Netzpython (Malayopython reticulatus), einer der größten Würgeschlangen überhaupt. Netzpythons leben in Indien und Südostasien und jagen dort vor allem Säugetiere, in zweiter Linie Vögel und andere Echsen. Während junge Netzpythons vor allem Ratten jagen, nehmen die größeren voll ausgewachsenen Exemplare, die in aller Regel Längen zwischen 3 und 6 m erreichen können, auch größere Beute aufs Korn – Affen, kleine Hirsche, Schuppentiere und sogar Schweine.

Der hier gezeigte Schädel zeigt sehr schön, wie es einem Netzpython möglich ist, derartige Beute am Stück (denn Kauen ist ja nicht) herunterzuschlingen. Man beachte die nicht miteinander verbundenen Unterkieferäste und das Quadratbein (Quadratum), welches ganz hinten am Schädel den Hirnschädel mit dem Unterkiefer verbindet. Bei einem normalen Wirbeltierschädel ist das Quadratum meistens wenig bis gar nicht beweglich mit anderen Knochen in die hinteren Schädelseiten integriert. Hier dagegen steht es durch Reduktion anderer Knochen frei und ist frei beweglich. Diese Konfiguration führt dazu, dass der Netzpython sein Maul extrem weit aufreißen kann. Ist die Beute einmal gepackt, kann sie mit gegenläufigen Bewegungen der Unterkieferäste außerdem nach und nach tiefer in den Schlund geschoben werden. Dabei helfen auch die zahlreichen nach hinten gebogenen Zähne, die wie Widerhaken ein Herausrutschen der Beute verhindern.