Willkommen an der Salatbar: Diese zwei kleinen Schildkröten haben im Kölner Zoo einen reich gedeckten Tisch. Es handelt sich um junge Strahlenschildkröten (Astrochelys radiata), deren Nachzucht im Kölner Zoo erfolgreich gelang. Dies ist nicht nur wegen der Knuffigkeit der Jungtiere (die ausgewachsen bis mehr als 40 cm groß und 20 kg schwer werden können) erfreulich: In ihrer Heimat Madagaskar ist die Art stark gefährdet. Durch Bejagung und Lebensraumzerstörung sind die Bestände stark zurückgegangen. Allein 40 % des ehemaligen Lebensraumes wurde in nichtmal 70 Jahren durch Brandrodung und Überweidung zerstört. Einigen Schätzungen zufolge könnte der Strahlenschildkröte das Aussterben in freier Wildbahn binnen nichtmal 50 Jahren drohen. Angesichts dessen kann man jeden Erfolg bei der systematischen Nachzucht in zoologischen Gärten nur begrüßen. Allerdings wird man zur Rettung dieser Art letztlich mehr tun müssen: Es muss ein effektiver Habitatschutz und ein Jagdverbot in der Heimatregion der Strahlenschildkröte selbst gelingen. Ob dies gelingen kann, steht leider aufgrund der politischen Instabilität und der wachsenden Bevölkerung Madagaskars sowie der möglichen Implikationen durch den Klimawandel (zum Beispiel vermehrte Waldbrände) auf einem völlig anderen Blatt.