So, zum Jahresabschluss noch ein besonderer Schnappschuss – besonders, weil es diesmal um zwei Arten auf einmal geht. Das Bild hab ich 2017 im Senckenberg-Museum in Frankfurt/Main gemacht, für mich bis heute immer noch eines der schönsten Naturkundemuseen. Schon als Kind faszinierten mich die dortigen Exponate und 2017 konnte ich diese Faszination erfreulicherweise mit meinem Sohn teilen. Soviel zur Einleitung. Nun näher zu diesem Doppelklang von Gegenwart und Vergangenheit, die wir auf dem Bild sehen.

Da ist zum einen, links, der Schädel des Komodowaran (Varanus komodoensis). Der Komodowaran ist die größte heute lebende Echse. Er erreicht in seltenen Fällen Längen von knapp über 3 m bei über 80 kg Gewicht. Komodowarane gibt es nur auf einigen wenigen indonesischen Inseln, die Population umfasst wenige Tausend Exemplare. Die Art wird als gefährdet eingestuft. Es handelt sich um bemerkenswerte Raubtiere, die sogar Hirsche erlegen können (und ganz selten tatsächlich Menschen angreifen).

Rechts der viel größere Schädel von Platecarpus tympaniticus , der aus rund 82 Millionen Jahre alten Schichten in Kansas im mittleren Westen der USA stammt. Platecarpus tympaniticus gehört zu den Mosasauriern, heute ausgestorbenen marinen Echsen. Die deutlich längere und schmalere Schnauze und die wesentlich kegelförmigeren Zähne als beim Komodowaran verweisen auf ein entsprechend anderes Beuteverhalten – unter anderem Fische dürften die Hauptbeute gewesen sein. Zugleich war Platecarpus tympaniticus deutlich größer: Er erreichte Längen von über 4 m. Die genaue Position der Mosasaurier im Stammbaum der Squamata (Echsen und Schlangen) ist noch nicht ganz aufgeklärt, aber dennoch kann man eine markante Gemeinsamkeit zwischen beiden Schädeln erkennen: Die große Mobilität der Schädelelemente im hinteren Schädelbereich und im Unterkiefer. Dabei handelt es sich um eine Anpassung in vielen Linien der Squamata, die den Tieren ein besseres Händling auch großer Beute ermöglicht und die bei Schlangen geradezu auf die Spitze getrieben wurde (diese können geradezu ihren Unterkiefer aus-und wieder einhängen).

Im Museum ist der Schädel von Platecarpus tympaniticus noch als Platecarpus coryphaeus ausgezeichnet. In der jüngeren Literatur wird aber davon ausgegangen, dass die beiden Namen Synonyme sind und Platecarpus tympaniticus hat Priorität, da er zuerst vergeben wurde. Das tut der wunderbaren Sammlung im Senckenberg-Museum aber keinen Abbruch und ich kann jedem nur empfehlen für das Jahr 2020 einen Besuch dort einzuplanen. In diesem Sinne: Guten Rutsch und Frohes Neues!