Im Muséum des sciences naturelles de Belgique (Museum voor Natuurwetenschappen van Belgie) in Brüssel sind sie das Prunkstück: Die 1878 in einer Kohlenmine im westbelgischen Bernissart in 322 m Tiefe gefundenen Skelettreste von Iguanodon bernissartensis. Es sind wohlgemerkt nicht alle Exemplare, insgesamt hatte man die Reste von 38 Individuen gefunden, die dort vor rund 120 Millionen Jahren den Tod gefunden hatten. Die Installation in Brüssel brilliert durch einen besonderen didaktischen Kniff: In einer Kellerebene sind einige Skelette so ausgestellt, wie sie in der Mine gefunden wurden (hier leider nicht zu sehen). Darüber sind in einem riesigen gläsernen Kasten mehrere Individuen so ausgestellt, wie sie in den 1880er Jahren durch den belgischen Wissenschaftler Louis Dollo rekonstruiert wurden: In aufrechter, känguruhhafter Haltung. Auf dem Bild sieht man sie im Hintergrund. Im Vordergrund ist hier das eine Individuum zu sehen, welches in einer vierbeinigen, aber doch recht agilen Haltung rekonstruiert ist, die man für ausgewachsene Tiere dieser Art seit der bahnbrechenden Arbeit von David Norman im Jahre 1980 annimmt. Auf diese Weise machen die Exponate nicht nur die Wucht des Massenfundes von 1878 deutlich, sondern verbindet sie auch mit der Dimension der Forschungshistorie. Ich konnte mich daran eigentlich nicht satt-fotografieren; diesen Schnappschuss habe ich ausgewählt, weil man beide Rekonstruktionsvarianten sehen kann.