Ich begrüße den geneigten Leser. Auf dieser Seite startet das Projekt „Pirats Bestiarium“ neu. Dieser Umstand erfordert ein paar einleitende Ausführungen. Gerade auch für neue Leser.

Die Idee ein Projekt zu starten, um die Vielfalt tierischen Lebens und dessen Evolution einem breiteren Publikum online näher zu bringen, entstand erstmals etwa 2007, damals noch in einem inzwischen untergegangenen Gothic-Forum. Damals studierte ich noch und ich musste nach kaum zwei Jahren das Projekt einstampfen, weil es einigen wichtigen Leuten an meinem damaligen Institut missfiel. Die Idee blieb jedoch.

2012 entstand auf dem neuen Das Gothic Forum die  Idee, das Projekt in dem foreneigenen Magazin neu zu beleben. Erstmals erhielt es den offiziellen Titel „Pirats Bestiarium“ und wurde zu einer eigentlich ziemlich erfolgreiche Online-Artikelreihe von rund 80 Beiträgen, die auch dank der Unterstützung durch verschiedene Sympathisanten des Projektes zustande kamen. Vor allem ist hier auch dem Chefredakteur des Magazins, Mario Heyer, zu danken, dass er mir unglaublich viel Freiraum zur Gestaltung des Projektes ließ. 2013 kam eine Facebook-Seite für das Projekt hinzu, auf der neben den neuen Artikeln im DGF-Magazin zusätzliches Bildmaterial und interessante Links zum Thema geteilt wurden. Der Arbeitsaufwand hinter diesem Projekt ist eigentlich kaum zu beziffern. Viele der Bilder auf der Facebook-Seite wurden von mir selber gemacht, oft in stundenlanger Pirsch nach dem richtigen Motiv. Die Artikel selber waren stets das Resultat oft wochenlanger Recherchen, mit manchmal Dutzenden Quellen, die gesichtet und ausgewertet werden wollten. Allerdings hat es auch viel, viel Freude gemacht.

Die Rahmenbedingungen wurden in den letzten zwei Jahren aber zunehmend ungemütlicher. Vor allem die Verwerfungen im Zuge der DSGVO-Gesetzgebung haben zu einer gewissen Unsicherheit hinsichtlich der Zukunft des Projektes geführt. Das Forum war schon lange kaum noch aktiv, das Bestiarium gehörte zu den aktivsten Artikelreihen im Magazin. Mit der DSGVO wurde entschieden, das Forum abzuschalten. Seitdem waren die Artikel des Bestiariums faktisch die einzige Aktivität auch im Magazin, das nur aufgrund hektischer Verhandlungen im Frühjahr 2018 online geblieben ist. Schon in dem Rahmen prüfte ich, ob es nicht sinnvoller wäre, das Bestiarium nicht auf eine eigene Präsenz zu übertragen.

Nun, ein knappes Jahr später zieht das höchstwahrscheinliche Ende des DGF-Magazins herauf. Die bisherige Software wird vom Anbieter nur noch bis zum Sommer unterstützt und eine Umstellung auf die nächste Version ist laut Auskunft des Chefredakteurs nicht machbar ohne alles zu zerlegen. Dies alles hat nun zu der endgültigen Entscheidung geführt, „Pirats Bestiarium“ auf eine eigene Seite zu übertragen. Dies wird in einer gewissen Weise zu einem Neustart des Projektes führen. Spätestens ab Sommer dürften die alten Beiträge nicht mehr erreichbar sein. Deshalb werden die neuen Beträge für sich stehen und etwas Neues aufbauen müssen. Erhalten bleiben wird die Facebook-Seite des Projekts. Für die lange Zeit, über sechseinhalb Jahre, beim DGF-Magazin bin ich mehr als dankbar. Die dabei gemachten Erfahrungen für den Aufbau der Artikel und bei der Recherche und viele schöne kleine Erfolgserlebnisse werden dazu beitragen, die Neuauflage des Bestiariums noch besser zu machen.

Fig.1.

Fig.1.: Eine Vitrine im Senckenberg-Museum (Frankfurt/Main), die eindrucksvoll die Vielfalt des Lebens auf wenigen Quadratmetern zeigt. Ein Bestiarium fürs Auge. Foto/Bearbeitung: Pirat.

Soweit zur Vergangenheit. Kommen wir zur Zukunft. Ein paar Dinge in der Konzeption der Texte werde ich ändern müssen. Aber ich sehe das locker: Es gibt Raum, sich mal wieder etwas freier kreativ auszutoben. Über Bord werfen werde ich vermutlich die in den letzten sechseinhalb Jahren eingehaltene Staffelabfolge von je 10 Arten. Stattdessen wird es häufiger auch Beiträge zu allgemeineren Themen geben – Konzepte, Forschungsmethoden, bestimmte Tiergruppen, Wissenschaftshistorie, solche Dinge. Zumindest teilweise werden solche Beiträge auch Startschüsse zu Beitragsreihen sein, denen im Folgenden dann Artporträts zugeordnet sind, so zumindest eine Überlegung. Gleichzeitig wird es auch eher mal kleine Minibeiträge geben um Wartezeiten zwischen den größeren Artikeln zu verkürzen, in stärkerer Koordinierung mit der Facebook-Seite des Projektes. Eines aber bleibt: Ich mach dabei, wozu ich gerade Lust hab.

Umsetzen möchte ich das über WordPress, leider erstmal mit dem kostenlosen Paket – denn ich mache das alles aus Spaß an der Freude und ohne etwas dafür zu kriegen und so gut bin ich finanziell derzeit nicht aufgestellt. Mal sehen welche Möglichkeiten Wordpress aber auch so bietet und wohin uns das führt!

Eines wird aber bleiben. „Pirats Bestiarium“ wird weiterhin dem Grundsatz verpflichtet bleiben, zu zeigen wie großartig die Vielfalt des Tierreiches in Vergangenheit und Gegenwart ist und wie faszinierend Wissenschaft sein kann. Ich freue mich über jeden Leser, der sich davon in den Bann schlagen lassen möchte und werde mein Möglichstes tun, zu überraschen, zu faszinieren, zu begeistern.

In diesem Sinne wird es bald mit den ersten Artikeln losgehen.

Es dankt Euer Pirat….für die kurze Aufmerksamkeit.